Israel und Russland: Geschichte der Beziehungen

Quelle: Rhein-Sieg-Kreis

Vortrag in der Gedenkstätte "Landjuden an der Sieg" am 11. Oktober 2026

Zu einem Vortrag über „Israel und Russland: Geschichte der Beziehungen“ mit Dr. Alexander Friedmann lädt die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ im Rahmen ihres Veranstaltungsprogramms 2026 am Sonntag, 11. Oktober 2026, von 14:45 Uhr bis 16:15 Uhr, in die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, 51570 Windeck-Rosbach, ein.

Nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 und im Kontext der israelischen Militäroperation im Gazastreifen knüpfte die russische Staatspropaganda an die sowjetische Tradition antiisraelischer und antisemitisch gefärbter Propaganda an. Die UdSSR stellte sich im Nahostkonflikt auf die Seite der arabischen Staaten und unterstützte die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) aktiv. Israel galt dort als „faschistischer“, „antisowjetischer“ und „imperialistischer“ Staat. Insbesondere die Gleichsetzung Israels mit dem deutschen Nationalsozialismus war ein wiederkehrendes Motiv der sowjetischen Propaganda. Dieses Feindbild wurde von Moskau sowohl innerhalb der UdSSR als auch im Westen verbreitet und prägte die Entwicklung des israelbezogenen Antisemitismus in Europa nachhaltig. Im Mittelpunkt dieses Vortrags steht zunächst die Entwicklung der Beziehungen zwischen Israel und der Sowjetunion. Anschließend werden die antiisraelische Propaganda sowie deren Narrative, Methoden und Besonderheiten näher untersucht.

Der Referent, Dr. Alexander Friedmann, studierte von 1996 bis 2001 Geschichte an der Belarussischen Staatlichen Universität und schrieb seine Diplomarbeit zu dem Thema „Die Juden in Polen-Litauen und Frankreich zu Ende des 18. Jahrhunderts“. Ab 2002 studierte er Neuere Geschichte, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes mit der Magisterarbeit „Vorstufe zum Massenmord. Die Vernichtungsaktionen in Weißrussland im Sommer 1941“ bei Rainer Hudemann. Er wurde 2009 mit der Dissertation „Deutschlandbilder in der weißrussischen sowjetischen Gesellschaft 1919–1941: Propaganda und Erfahrungen“ promoviert.

Ab Juli 2009 leitete er eine deutsch-belarussische Forschergruppe im Rahmen des Forschungsprojektes „Behinderten-, Kranken- und Säuglingsmorde in Belarus 1941–1944“. Von 2009 bis 2012 war Friedman an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Die Okkupationspresse auf dem Territorium der besetzten Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg“ und ging danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte zurück nach Saarbrücken.
Friedman ist Lehrbeauftragter in Saarbrücken und an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen in Duisburg.