Neubau eines Gefahrenabwehrzentrums
Kreistag beschließt die Vorbereitung eines europaweiten Vergabeverfahrens
Die Umsetzung des Neubaus eines Gefahrenabwehrzentrums nimmt weiter konkrete Formen an: Der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises hat in seiner jüngsten Sitzung (2. Juli 2026) die Verwaltung damit betraut, ein europaweites Vergabeverfahren zur Beauftragung eines Totalunternehmers durchzuführen. Ein externes Beratungsbüro soll bei der Vorbereitung und Durchführung unterstützen.
Dem aktuellen Votum war vergangenes Jahr eine umfangreiche Prüfung von Möglichkeiten zur Verkürzung der Planungs- und Bauzeit vorausgegangen. Ebenso war die Wirtschaftlichkeit möglicher Beschaffungsvarianten untersucht worden; diese Analyse nahm das Berliner Büro PSPC Public Sector Project Consultants vor. Im Ergebnis schnitt das Modell eines Totalunternehmens – unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, qualitativer und projektspezifischer Kriterien – als das vorteilhafteste ab. Die Vergabe an einen Totalunternehmer bedeutet, dass dieser alle Planungs- und Bauleistungen durchführt. Nach der Fertigstellung des Gefahrenabwehrzentrums werden alle Betriebsleistungen, insbesondere die Instandhaltung, durch den Rhein-Sieg-Kreis erbracht.
Damit das Vergabeverfahren für einen Totalunternehmer gewährleistet werden kann, soll im Doppelhaushalt 2027/2028 eine Verpflichtungsermächtigung von 125 Millionen Euro bereitgestellt werden. Zum jetzigen Stand wird mit dem Beginn des Vergabeverfahrens voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2028 gerechnet. Mögliche Förderprogramme auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene werden im weiteren Projektverlauf kontinuierlich geprüft werden, wie auch der Einsatz von Geldern aus dem NRW-Infrastrukturgesetz 2025-2036.
Der Neubau des Gefahrenabwehrzentrums (GAZ) ist erforderlich, um die bisherigen Strukturen der Gefahrenabwehr im Rhein-Sieg-Kreis zu modernisieren und zukunftsfähig aufzustellen.
Das neue GAZ soll ein zentraler Standort für Ausbildung, Koordination und Einsatzvorbereitung werden. Geplant sind unter anderem moderne Schulungsräume für Feuerwehr und Rettungsdienst, ein Feuerwehrübungshaus, eine Atemschutzübungsanlage sowie ein Wärmegewöhnungsbereich, um verschiedene Einsatzszenarien praxisnah trainieren zu können.
Darüber hinaus werden zentrale Einrichtungen der Gefahrenabwehr dort gebündelt: die Kreisleitstelle zur Koordination der Rettungseinsätze im gesamten Kreisgebiet, der Krisenstab des Rhein-Sieg-Kreises – der unter anderem während der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe 2021 im Einsatz war – sowie ein neu zu schaffendes Tierseuchen-Logistikzentrum des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes. Auch das Amt für Bevölkerungsschutz soll künftig am neuen Standort in Sankt Augustin-Buisdorf untergebracht werden.
Ziel des Vorhabens ist die Schaffung eines modernen, zentralen und leistungsfähigen Gefahrenabwehrzentrums, das Ausbildung, Einsatzkoordination und Krisenmanagement langfristig stärkt.