Meckenheim trauert um Erika Meyer zu Drewer
Trauerbeflaggung zu Ehren der verstorbenen Ehrenbürgerin
Die Stadt Meckenheim trauert um ihre Ehrenbürgerin Erika Meyer zu Drewer, die im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Mit ihr verliert Meckenheim eine herausragende Persönlichkeit, die das gesellschaftliche, soziale und politische Leben der Stadt über Jahrzehnte hinweg aktiv mitgestaltet und tiefgreifend geprägt hat. Ihr unermüdlicher Einsatz und nachhaltiges Wirken zum Wohle der Stadtgesellschaft hinterlässt eine große Lücke.
Bürgermeister Sven Schnieber würdigt die Verstorbene: „Erika Meyer zu Drewer war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die unsere Stadt mit ihrem unverwechselbaren Charakter, ihrer unerschöpflichen Energie und nimmermüdem Tatendrang geprägt hat. Ihr Herz gehörte den Menschen vor Ort. Sie hörte zu, packte an und setzte sich mit voller Hingabe für die Bürgerinnen und Bürger ein – immer weit über das Selbstverständliche hinaus. Wie keine andere Person hat sich Erika Meyer zu Drewer für die soziale Gerechtigkeit und den Zusammenhalt in Meckenheim und insbesondere in Merl eingesetzt. Ganz wesentlich war ihr dabei die Förderung der Kinder und Jugendlichen und damit die Zukunft Meckenheims. Wir verneigen uns vor dem Lebenswerk von Erika Meyer zu Drewer, das uns mit tiefer Dankbarkeit und großem Respekt erfüllt. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken gelten in diesen schweren Stunden ihrer Familie und ihren Angehörigen.“
Erika Meyer zu Drewer erblickte in Witten an der Ruhr das Licht der Welt und zog 1968 nach Merl, wo sie außerordentliches Engagement zeigte. Sie gründete die „Merler Bastelkinder“, woraus sich später das Kinderbildungswerk entwickeln sollte. Sie organisierte fortan den Sankt-Martins-Umzug, kämpfte für den Bau einer Schule, organisierte Altentage sowie den Vorlesewettbewerb für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels und war Mitbegründerin des Turn-Sport-Tennis-Vereins (TST) Merl. Auch als Ortsbeauftragte der Volkshochschule und Leiterin des Seniorenkreises der CDU übernahm sie Verantwortung. An der Gründung der MS-Gruppe Meckenheim beteiligte sich Erika Meyer zu Drewer ebenfalls. Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen des Freiwilligen-Zentrums OASE und setzte sich mit großem Engagement für Menschen in schwierigen Lebenslagen ein. Als Initiatorin des Spendenprojekts „Warme Mahlzeit“ unterstützte sie in Meckenheim insbesondere Kinder und Schülerinnen und Schüler aus finanziell schwachen Familien. Ihr war es wichtig, dass alle jungen Menschen die Möglichkeit haben, eine warme Mahlzeit zu erhalten – unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie. Viele Bürgerinnen und Bürger brachte die Verstorbene mit „Meckenheim singt“ in Verbindung. Die beliebte jährliche Veranstaltung führt Menschen unterschiedlichen Alters zusammen, fördert die musikalische Bildung und erzielt Spenden für die Fördervereine der beteiligten Schulen. Bis zuletzt engagierte sie sich aktiv in der Bürgerstiftung Meckenheim.
Auch in der Kommunalpolitik hinterließ Erika Meyer zu Drewer Spuren. Über nahezu ein Vierteljahrhundert gehörte sie dem Meckenheimer Stadtrat an. Von 2000 bis 2007 stand sie der Senioren-Union Meckenheim vor und zwischen 1984 bis 2004 erwarb sich Erika Meyer zu Drewer durch ihren unermüdlichen Einsatz als Ortsvorsteherin für Merl und das Wohl der Bürgerinnen und Bürger den Ehrentitel „Erika Meyer zu Merl“.
Erika Meyer zu Drewer erhielt 1988 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. 1999 wurde ihr der Ehrenring der Stadt Meckenheim, 2001 die Ehrennadel der Stadt Meckenheim und 2011 schließlich die Ehrenbürgerwürde der Stadt Meckenheim verliehen, die höchste Auszeichnung der Stadt – als erster Frau in der Stadtgeschichte.
Als Ausdruck der Trauer und des tiefen Respekts vor Erika Meyer zu Drewer hat die Stadtverwaltung Trauerbeflaggung am Rathaus angeordnet. Zudem liegt ein Kondolenzbuch im Foyer des Rathauses aus. Hier haben die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, sich einzutragen und persönlich von der Meckenheimer Ehrenbürgerin Abschied zu nehmen.