Kleine Forscher der KGS Meckenheim entdecken die faszinierende Welt der Swist

Quelle: Katholische Grundschule Meckenheim (KGS)

Gummistiefel an, Kescher in die Hand und los geht’s: Für die Kinder der zweiten Klassen der Katholischen Grundschule Meckenheim wurde die Swist zum Klassenzimmer unter freiem Himmel. Alle vier Klassen der Jahrgangsstufe 2 nahmen jeweils an einem anderen Tag an der Exkursion teil. Gemeinsam mit der Naturpädagogin und Diplom-Biologin Silvia Johna gingen die Kinder auf Entdeckungstour und erforschten die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des Baches.

Bild vergrößern: Konzentriert gingen die kleinen Forscherinnen und Forscher auf Entdeckungstour in der Swist. Mit viel Geduld spürten sie Bachbewohner auf und beobachteten die Vielfalt des Lebens im Wasser. Bild: © KGS Meckenheim
Konzentriert gingen die kleinen Forscherinnen und Forscher auf Entdeckungstour in der Swist. Mit viel Geduld spürten sie Bachbewohner auf und beobachteten die Vielfalt des Lebens im Wasser.

Bevor die jungen Forscherinnen und Forscher selbst ins Wasser stiegen, drehte sich zunächst alles um das Element Wasser. Silvia Johna erklärte anschaulich, dass Wasser aus winzigen H₂O-Molekülen besteht. Diese halten sich, bildlich gesprochen, an den Händen fest und bilden Ketten. Dadurch bleibt Wasser flüssig.

Mit einer fantasievollen Traumreise begleiteten die Kinder anschließend einen Wassertropfen auf seiner Reise. Vom Meer stieg er durch die Wärme der Sonne als Wasserdampf auf, wurde Teil einer Wolke und gelangte mit dem Wind bis nach Meckenheim. Dort fiel er als Regen auf die Erde, versickerte im Boden, wurde von Pflanzen aufgenommen und gelangte über Tiere schließlich wieder zurück in einen Bach. So erfuhren die Kinder den großen Wasserkreislauf und verstanden, dass jeder Wassertropfen viele Geschichten erlebt und Pflanzen, Tiere und Menschen miteinander verbindet.

Dabei wurde ihnen auch bewusst, welche Bedeutung Wasser für das Leben hat. Rund 80 Prozent des menschlichen Körpers bestehen aus Wasser. Es befindet sich unter anderem im Blut, im Gehirn, in den Augen, im Speichel, in den Magensäften und in jeder einzelnen Körperzelle. Silvia Johna gab den Kindern deshalb einen wichtigen Rat mit auf den Weg: „Gerade an heißen Tagen ist es wichtig, ausreichend zu trinken.“ Gleichzeitig erklärte sie, dass das Wasser auf der Erde immer im Kreislauf bleibt und so alle Lebewesen miteinander verbindet.

Bild vergrößern: Mit Keschern, Gummistiefeln und großer Neugier erforschten die Kinder den Lebensraum Bach und sammelten behutsam Wasserlebewesen zur näheren Untersuchung. Bild: © KGS Meckenheim
Mit Keschern, Gummistiefeln und großer Neugier erforschten die Kinder den Lebensraum Bach und sammelten behutsam Wasserlebewesen zur näheren Untersuchung.

Dann wurde aus der Theorie Praxis. Langsam und achtsam „wie ein Reiher“ gingen die Kinder in die Swist. Trotz des derzeit niedrigen Wasserstandes war das Wasser erstaunlich klar. Vogelgezwitscher erfüllte die Luft und verlieh dem Vormittag eine ganz besondere Atmosphäre. Es war die Stimmung neugieriger Entdeckerinnen und Entdecker.

Geduldig standen die Kinder mit ihren Keschern im Wasser und hielten aufmerksam Ausschau nach den Bewohnern des Baches. Die Begeisterung war groß, als die ersten Tiere im Kescher zappelten. Immer wieder waren fröhliche Rufe zu hören: „Ich habe etwas gefangen!“, „Juhu!“, „Wahnsinn!“ oder „Das macht richtig Spaß!“

Bild vergrößern: Gemeinsam untersuchten die Kinder mit Naturpädagogin und Diplom-Biologin Silvia Johna die in der Swist entdeckten Wasserlebewesen und bestimmten die verschiedenen Tierarten. Bild: © KGS Meckenheim
Gemeinsam untersuchten die Kinder mit Naturpädagogin und Diplom-Biologin Silvia Johna die in der Swist entdeckten Wasserlebewesen und bestimmten die verschiedenen Tierarten.

Behutsam sammelten die jungen Forscher ihre Funde zunächst in einer Schüssel und bestimmten sie anschließend gemeinsam mit Silvia Johna. Dabei entdeckten sie Bachflohkrebse, die flink seitlich durchs Wasser schwimmen, Wasserkäfer, Wasserläufer, Prachtlibellenlarve, einen Wasserskorpion, einen kleinen Stichling sowie mehrere Regenbogenforellen und Bachschmerle. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Forellen haben sich auch in heimischen Gewässern angesiedelt. Mit großem Staunen betrachteten die Kinder die Tiere aus nächster Nähe und erfuhren Wissenswertes über ihre Lebensweise. Anschließend wurden selbstverständlich alle Lebewesen wieder behutsam in die Swist zurückgesetzt.

Bild vergrößern: Nach der gemeinsamen Bestimmung setzten die Kinder alle Wasserlebewesen wieder achtsam an ihren ursprünglichen Fundort in der Swist zurück. Bild: © KGS Meckenheim
Nach der gemeinsamen Bestimmung setzten die Kinder alle Wasserlebewesen wieder achtsam an ihren ursprünglichen Fundort in der Swist zurück.

Seit 1999 begeistert Silvia Johna mit ihren Naturprojekten Kinder in Meckenheim. Generationen von Schülerinnen und Schülern haben mit ihr Wälder, Wiesen und Gewässer erkundet und dabei die Natur mit allen Sinnen erlebt.
Auf die Frage, was sie seit so vielen Jahren motiviert, antwortet sie: „Mein Antrieb ist es, eine Beziehung zur Natur herzustellen und in den Herzen der Kinder ein Samenkorn der Naturliebe zu pflanzen. Dieses Samenkorn kann wachsen und sie ein Leben lang begleiten.“

Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie spannend Lernen außerhalb des Klassenzimmers sein kann. Die Kinder sammelten nicht nur Wissen über den Wasserkreislauf und die Tierwelt der Swist, sondern entwickelten auch ein Bewusstsein für den Schutz der Natur. Als Katholische Grundschule versteht die Schule die Bewahrung der Natur als wichtigen Bildungsauftrag. Der Vormittag an der Swist machte deutlich: Wer die Natur kennenlernt, lernt sie zu schätzen und wird sie auch schützen.