Ein Jahr Bürgermeister Sven Schnieber

Seit 3. November 2025 

Sven Schnieber · Stadt Meckenheim

An meinen ersten Arbeitstag im Rathaus am 3. November 2025 erinnere ich mich noch sehr gut. Ich war aufgeregt und voller Vorfreude. Empfangen wurde ich mit einer individuell gestalteten Torte. Diese persönliche Geste ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Meckenheim ist meine Heimat. Für diese Stadt als Bürgermeister arbeiten zu dürfen, ist deshalb etwas sehr Persönliches. Die Freude an dieser Aufgabe ist bis heute geblieben.
Das große Vertrauen bei der Wahl war für mich ein Auftrag, Zusagen ernst zu nehmen und konkrete Schritte folgen zu lassen. Der Betreuungsgipfel hat stattgefunden, der Stadtmelder ist online, und für den Unternehmerpark haben wir gemeinsam mit dem Rat neue Ansiedlungskriterien beschlossen. Erreichbar zu sein und offen zu erklären, wo wir stehen, gehört für mich dazu.

Finanziell wieder handlungsfähiger werden

Überrascht haben mich das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der sich die finanzielle Lage verschärft hat. Schwächere Steuereinnahmen treffen auf steigende Kosten und zusätzliche Aufgaben. Deshalb müssen wir unsere Ausgaben und Abläufe gründlich prüfen. Zugleich brauchen wir eine verlässliche Finanzierung durch Bund und Land.

Meine Prioritäten sind, die Finanzen zu stabilisieren, unsere Infrastruktur zu sichern und Meckenheim gezielt weiterzuentwickeln. Vieles ist über Jahrzehnte entstanden. Dieses Fundament müssen wir erhalten, denn aufgeschobene Unterhaltung kann später erheblich teurer werden. Mit einem Kommunikationskonzept wollen wir verständlich erklären, warum wir handeln müssen und welche Entscheidungen anstehen.

Dabei habe ich Meckenheim 2035 im Blick: eine finanziell handlungsfähige Stadt, in der Familien gerne leben, Kinder gute Chancen erhalten und Menschen auch im Alter passende Angebote finden. Unsere Zentren sollen Orte sein, an denen man gerne einkauft und sich begegnet. Dafür müssen wir heute wirtschaftlicher arbeiten und Schwerpunkte setzen. Nicht jede Leistung und jeder Standard wird unverändert bleiben können. 

Erreichbar sein und das Ehrenamt stärken

Wer hier lebt, erlebt jeden Tag, was gut funktioniert und wo etwas verbessert werden sollte. Deshalb sind mir Bürgersprechstunden, Gespräche in den Ortsteilen und Begegnungen auf Veranstaltungen wichtig. Mit „Bürgermeister vor Ort“ haben wir einen zusätzlichen unkomplizierten Zugang geschaffen, etwa auf dem Altstadtfest. Ich möchte zuhören und die Erfahrungen der Menschen in unsere Arbeit aufnehmen.

Das gilt auch für den Austausch mit Vereinen, Feuerwehr und Initiativen. Sie tragen viel zu unserem Zusammenleben bei. Seit Mitte April unterstützt Hanna Esser als Ehrenamtskoordinatorin das Engagement. Sie ist unmittelbar bei mir angebunden und bildet eine feste Anlaufstelle zwischen Ehrenamt und Verwaltung. Mir ist wichtig, dass die Menschen, die sich für Meckenheim einsetzen, Unterstützung und Wertschätzung erfahren.

Verlässliche Betreuung und zusätzliche Schulplätze

Eine verlässliche Kinderbetreuung liegt mir besonders am Herzen. Familien müssen ihren Alltag planen können. Beim ersten Meckenheimer Betreuungsgipfel U6 kamen Ende April Verwaltung, Träger, Fachkräfte, Kindertagespflege und Eltern mit dem Landschaftsverband Rheinland und dem Jobcenter zusammen. Gemeinsam ging es um die Gewinnung und Bindung von Fachkräften sowie um Qualität und Verlässlichkeit. Der Gipfel war ein Anfang für die weitere gemeinsame Arbeit.

Für die Theodor-Heuss-Realschule konnten wir nach intensiven Gesprächen mit der Bezirksregierung die Genehmigung für eine zusätzliche Klasse mit 27 Plätzen erreichen. Mit dieser Genehmigung war die weitere Aufgabe verbunden, die erforderlichen Mittel politisch bereitzustellen.

Digitale Angebote und einfache Verbesserungen

Ein praktischer Fortschritt ist der seit April verfügbare Stadtmelder. Schäden und Mängel lassen sich rund um die Uhr mit Standort und Foto digital melden. Bürgerinnen und Bürger können ihre Hinweise unkompliziert an die Verwaltung geben. So können wir Probleme gezielter angehen.

Für die Verwaltung haben wir einen Digitalisierungsfahrplan bis 2030 benannt. Dazu gehören elektronische Akten, digitale Rechnungsabläufe und IT-Sicherheit. Diese Aufgaben müssen wir schrittweise umsetzen. Den Glasfaserausbau durch die Netzbetreiber begleitet und unterstützt die Stadt weiter; seit Juni ist Vodafone als weiterer Anbieter aktiv.

Ein kleines Beispiel für eine unkomplizierte Verbesserung sind die Unterflurcontainer am Neuen Markt. Sie waren jahrelang außer Betrieb und haben viel Unverständnis ausgelöst. Inzwischen sind sie entfernt. Ich bin froh, dass wir dieses Ärgernis mit einfacheren Mitteln lösen konnten.

Den Wirtschaftsstandort weiterentwickeln

Gemeinsam mit dem Rat haben wir die Ansiedlungskriterien für den Unternehmerpark Kottenforst weiterentwickelt. Die Anforderungen wurden gestrafft und die wirtschaftliche Tragfähigkeit stärker gewichtet. Wir wollen Unternehmen gewinnen, die gute Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen, die örtliche Wertschöpfung stärken und langfristig zur Finanzierung der Stadt beitragen. Umweltverträglichkeit und soziale Verantwortung bleiben Bestandteil der Bewertung. Damit haben wir die Grundlage für die weitere Vermarktung verbessert.

Zu einer aktiven Wirtschaftsförderung gehört für mich auch der persönliche Kontakt zu den Betrieben. Bei Besuchen etwa bei der Grafschafter Krautfabrik, The British Shop und LLG ging es um Wachstum, Arbeitskräfte und die Bedingungen am Standort. Ich möchte verstehen, was unsere Unternehmen brauchen und wo die Stadt unterstützen kann.

Zu unserer Lebensqualität gehören kurze Wege, gute Schulen, Sport und Kultur sowie Wälder, Felder und Obstplantagen direkt vor der Haustür. Diese Stärken möchte ich bewahren und sinnvoll ergänzen. Deshalb will ich passende Unternehmen und Investoren für zusätzliche Freizeitangebote interessieren und gemeinsam mit unseren Vereinen Möglichkeiten prüfen. Familien, Jugendliche und ältere Menschen sollen hier gute Möglichkeiten finden, ihre freie Zeit zu verbringen und sich zu begegnen.

Gemeinsam die Verkehrssicherheit verbessern

Auch die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarkommunen haben wir konkret vorangebracht. Sechs linksrheinische Kommunen bereiten eine gemeinsame Geschwindigkeitsüberwachung vor. Zunächst sind zwei gemietete Blitzer-Anhänger vorgesehen; die gemeinsame Bußgeldstelle soll in Meckenheim entstehen. Der Start ist für 2027 geplant.

Die Einweihung des Schulcampus als Höhepunkt

Das große Highlight zum Abschluss meines ersten Amtsjahres war für mich die feierliche Einweihung der neuen Schulgebäude am 16. Oktober. Das Konrad-Adenauer-Gymnasium und die Geschwister-Scholl-Hauptschule konnten ihre Neubauten rechtzeitig zum Schuljahr 2026/27 beziehen. Bildung ist mir besonders wichtig. Mit diesem Schritt haben wir viel für die Zukunft unserer Kinder und die Attraktivität Meckenheims getan.

Die Unterrichtsgebäude wurden pünktlich fertig und das Großprojekt ist bislang im Kostenrahmen geblieben. Darauf bin ich stolz. Der Schulcampus ist ein gemeinsamer Erfolg über mehrere Jahre. Mein Amtsvorgänger, Rat und Verwaltung haben ihn mutig auf den Weg gebracht. Ich danke allen, die an Planung, Bau und Umzug mitgewirkt haben, ebenso den Schulgemeinschaften. Mit den neuen Unterrichtsgebäuden ist ein großer Schritt geschafft. Aula, Mensa und gemeinsamer Schulhof sollen bis Sommer 2027 folgen.

Mit Freude für unsere Stadt

Trotz der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen mache ich diese Arbeit sehr gerne. Besonders schön ist es, zu erleben, mit wie viel Engagement sich die Menschen für Meckenheim einsetzen. Gleichzeitig sehe ich viele Chancen und Möglichkeiten für unsere Stadt. Meckenheim bringt bereits vieles mit, worauf wir gemeinsam aufbauen können – und ich freue mich darauf, die Zukunft unserer Stadt zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter zu gestalten.

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