Abschied in Meckenheim: Günter Wiegershaus beendet nach 35 Jahren als Wehrleiter eine Ära
Würdevolle Festveranstaltung in der Jungholzhalle
In der Meckenheimer Jungholzhalle wurde ein ganz besonderer Abschied gefeiert: Günter Wiegershaus beendete nach 35 Jahren als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Meckenheim seinen Dienst – und damit eine Ära, die die Feuerwehrlandschaft der Stadt geprägt hat. Die gut gefüllte Halle zeigte deutlich, welchen Stellenwert der ehrenamtliche Einsatz hat: Neben Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern aus Meckenheim und den Nachbarkommunen fanden sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinen und Verwaltung ein, um Günter Wiegershaus gemeinsam zu verabschieden.
Der Abend stand im Zeichen von Rückblicken, Auszeichnungen und Dankbarkeit. Wiegershaus kam 1974 als jugendlicher Nachwuchs zur Feuerwehr, wechselte vier Jahre später in den aktiven Dienst und übernahm 1990 die Leitung der Meckenheimer Wehr – damals einer der jüngsten in Nordrhein-Westfalen. Für seine langjährige Arbeit wurde er 2015 für 25 Jahre in dieser Funktion geehrt; jüngst würdigte ihn der Stadtrat mit der Verleihung des Ehrenwehrleitertitels.
Bürgermeister Holger Jung führte durch den Abend, musikalisch begleitet vom Musikzug des Stadtsoldatencorps 1868 Meckenheim. In den Reden betonten die Gäste Wiegershaus Verlässlichkeit, seinen Teamgeist und seine Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten Ruhe zu bewahren.
Innenminister Herbert Reul erinnerte daran, wie eng Familie und Feuerwehr miteinander verbunden seien, „Feuerwehr ist wie eine große Familie. Mein Dank gilt auch den Angehörigen, die den Dienst mittragen.“ Bezirksbrandmeister Dirk Engstenberg sprach von einer Konstanten und verlieh Wiegershaus für seine Verdienste die höchste Auszeichnung im deutschen Feuerwehrwesen, das Feuerwehrehrenkreuz in Gold. Als Abschiedsgeschenk überreichte Kreisbrandmeister Stefan Gandelau eine Miniatur-Dampfmaschine – eine Tradition im Rhein-Sieg-Kreis zur Verabschiedung verdienter Wehrleitungen in den Ruhestand.
Nach den Ehrungen trugen sich Günther Wiegershaus, Innenminister Herbert Reul, Bezirksbrandmeister Dirk Engstenberg und Kreisbrandmeister Stefan Gandelau ins Goldene Buch der Stadt ein, ein Moment, der seinen bleibenden Eindruck in Meckenheim dokumentiert.
Bürgermeister Holger Jung charakterisierte den scheidenden Wehrleiter als Mann mit unverwechselbarer Leidenschaft für das Ehrenamt: Disziplin, Zuverlässigkeit und der respektvolle Umgang mit der Uniform seien Festbestandteile seiner Arbeit gewesen. Dabei habe er stets das Wohl der Feuerwehr vor persönliche Belange gestellt und sich mit Vehemenz dafür eingesetzt.
In der Dankesrede zeigte sich Günter Wiegershaus bescheiden und fokussiert: Die Sache habe für ihn immer Vorrang vor persönlichen Interessen gehabt. Die Zusammenarbeit mit benachbarten Feuerwehren, gute Kontakte im Kreis und im Bezirk sowie der Rückhalt durch die Familie standen im Mittelpunkt seines Rückblicks.
Zum Abschluss bat der Bürgermeister alle Gäste vor die Jungholzhalle: Dort bildeten die Kameradinnen und Kameraden im Spalier und mit Fackeln den Rahmen für eine würdige Verabschiedung in Anlehnung an einen „Zapfenstreich“, gespielt vom Tambourcorps Grün-Weiß 1950 Bonn-Oberkassel und der KG Blau-Weiß Fischenich von 1957.