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Gedenken an die Pogromnacht 1938

Stadt Meckenheim lädt zum gemeinsamen Erinnern ein

Die Stadt Meckenheim erinnert am Samstag, 9. November, 18 Uhr, im Rahmen einer offiziellen Gedenkveranstaltung am Gedenkstein Prof.-Scheeben-Straße/Synagogenplatz an die Zerstörung und Brandschatzung von jüdischen Synagogen, Geschäften und Häusern.

Die Pogromnacht stellt den Anfang der systematischen Verfolgung und Ermordung von Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland und in Europa dar. Plünderungen, Diskriminierung, Gewalttätigkeiten bis hin zur Ermordung und Verschleppung von Juden in die Konzentrationslager fanden nicht nur in jener Nacht, sondern auch am darauf folgenden Tag statt. All dies erschütterte das unter der nationalsozialistischen Herrschaft ohnehin schon schwierig gewordene Leben von Juden in Deutschland bis in die Grundfesten. Unter denen, die unbeschadet blieben, erkannten viele, dass in Deutschland kein Bleiben mehr war. Sie emigrierten. Andere blieben, und die meisten von ihnen starben einen gewaltsamen Tod in den Konzentrationslagern.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es damals zu sogenannten „Vergeltungsmaßnahmen“ gegen jüdische Mitbürger – auch in Meckenheim. Die Stadt Meckenheim sieht die Erinnerung an diese Ereignisse gerade angesichts des 81. Jahrestages dieser Nacht als Aufgabe und Verpflichtung. Sie stellt sich ihrer Verantwortung gemeinsam mit den Kirchen und Vereinen.

In diesem Jahr tragen acht Schüler des Meckenheimer Konrad-Adenauer-Gymnasiums Gedichte und Erinnerungen überlebender Juden vor. Unterstützt von Christina Eilers und Susanne Hampel gestalteten die Schüler mit großem Engagement ihr Programm selbst, um eindringlich die Erinnerung an die Ereignisse vor 81 Jahren wach zu halten.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung zeigen das Stadtarchiv Meckenheim und das Katholische Familienbildungswerk um 19 Uhr im Familienbildungswerk, Kirchplatz 1, nach einer kurzen thematischen Einführung den Spielfilm „Jakob der Lügner“ von Frank Beyer (DDR, 1974). Die preisgekrönte Produktion basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jurek Becker, der mit Beyer zusammen das Drehbuch schrieb. In seinem berühmten Roman verarbeitete Becker unter anderem seine persönlichen Erfahrungen im Ghetto Litzmannstadt (Lodz) und in mehreren Konzentrationslagern. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Kontakt
Stadt Meckenheim
Fachbereich Bildung, Kultur und Sport
Dr. Andreas Jüngling (Stadtarchivar)
Siebengebirgsring 4
53340 Meckenheim
Telefon (02225) 917-149
E-Mail andreas.juengling@meckenheim.de