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Umweltkeim im Trinkwasser – Expertenkommission trifft weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken

Pressemitteilung von Mittwoch, 19. Oktober 2016 Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis (ke) – Die intensive Suche nach dem ungefährlichen Umweltkeim Lelliottia amnigena, der zeitweise in  Teilen des Versorgungsgebietes des Rhein-Sieg-Kreises, der Bundesstadt Bonn, der Gemeinde Grafschaft und der Stadt Remagen bei Trinkwasseruntersuchungen nachgewiesen werden konnte, geht weiter. Parallel dazu hat sich die Expertenkommission jetzt entschlossen, weitere Maßnahmen zu treffen, die aktuell durch den Wahnbachtalsperrenverband (WTV) umgesetzt werden.

 

Ergänzend zur Intensivierung der Probenahmen bzw. Überprüfungen und der jährlich anstehenden Reinigungsmaßnahmen der Hochbehälter und des mehr als 200 Kilometer langen Wasserverteilungsnetzes entschied sich die Expertenkommission nun auf Empfehlung von Professor Martin Exner, Leiter des Institutes für Hygiene und öffentliche Gesundheit der Uniklinik Bonn, zusätzlich dazu, auch die Chlordioxiddosierung zu erhöhen. Damit die zusätzliche Chlorung optimal wirken kann, wird auch die Zusammensetzung des Wassers verändert und der Grundwasseranteil auf 50 Prozent erhöht, der Anteil des Oberflächenwassers im Gegenzug reduziert. Zusätzlich werden Maßnahmen umgesetzt, um den Sedimentrückhalt in den Hochbehältern zu optimieren.

Bei diesen Entscheidungen handelt es sich  - wie bei den bisher initiierten Vorkehrungen - ebenfalls um Maßnahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken, eine Gefahr für die allgemeine Bevölkerung besteht nicht. Auf eine erhöhte Zuführung von Chlordioxid hatte man bislang bewusst verzichtet, um die Ursachenforschung nicht zu erschweren. Da die intensiven Beratungen aber gezeigt haben, dass sich die Reinigung der Hochbehälter bis in das Frühjahr erstrecken kann, entschied man sich nun für einen zusätzlichen Maßnahmenkatalog.

Der erhöhte Chlorgehalt ist nicht gesundheitsschädlich, die Desinfektionsmaßnahmen entsprechen den Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Bürgerinnen und Bürger mit sensiblen Geschmacks- bzw. Geruchsnerven könnten ihn aber ggf. z.B. beim Duschen riechen und unter Umständen auch leichten Chlorgeruch beim Trinkwasser bemerken.

Weitere Experten-Gespräche initiiert das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises für die nächste Woche und weist darauf hin, dass die nun anlaufenden Maßnahmen wegen der Länge des Netzes erst in einigen Tagen Ergebnisse und Wirkungen zeigen werden.

Der Expertenkommission gehören neben dem Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsämter der Stadt Bonn und des Kreises Ahrweiler, des Hygieneinstitutes der Universität Bonn und der Wasserversorger an. Sie wird die Maßnahmen auch weiterhin intensiv begleiten und Anfang November erneut zusammenkommen.